FANDOM


1.1 Einführung

Obwohl die Feuerwehr heutzutage auf eine Vielzahl weiterer Löschmittel zurückgreifen kann, ist Wasser auch noch heute das Löschmittel der Wahl bei der Bekämpfung der meisten Schadenfeuer. Etwa 90 % aller Brände werden mit Wasser bekämpft. Deswegen wird das Wasser, auch wenn es kein Universallöschmittel ist, als „Hauptlöschmittel“ bezeichnet.

Eine ausreichende Löschwasserversorgung ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Brandbekämpfung durch die Feuerwehr.

Die Städte und Gemeinden müssen zur Gewährleistung des Brandschutzes eine ausreichende Löschwasserversorgung für die Feuerwehren sicherstellen. Dies erfolgt normalerweise über die zentrale Wasserversorgung bei der das Wasserverteilungssystem der Trinkwasserförderung um Entnahmestellen für Löschwasser (Hydranten) ergänzt wird. Wo dieses im nötigen Maße nicht möglich ist, werden Wasserentnahmestellen aus Bächen, Seen oder speziell angelegten Löschwasserbehältern bereitgestellt.

Man unterscheidet zwei Arten von Wasserentnahmestellen:

abhängige Löschwasserversorgung

und

unabhängige Löschwasserversorgung

1.2 Abhängige Löschwasserversorgung

Unter einer abhängigen Löschwasserversorgung verstehen wir die Versorgung mit Löschwasser aus dem zentralen Wasserversorgungsanlagen der Wasserwerke. Über Ober- oder Unterflurhydranten kann das Wasser aus dem zentralen Wasserversorgungsnetz entnommen werden.

1.2.1 Unterflurhydrant

Die Unterflurhydranten befinden sich unterhalb einer Hydrantenkappe, die Plan in die Straße eingebaut wird. Der Deckel der Hydrantenkappe wird mit dem Schieberschlüssel (Unterflurhydrantenschlüssel) am mittig liegendem Aushebesteg ausgehoben und zur Seite geschwenkt, wodurch der Hydrantenfuß zugänglich wird.

Unterflurhydrant

Abb.1: Hydrantenkappe

Der Unterflurhydrant  ermöglicht den Anschluss eines Standrohres auf den Hydrantensitz.

Merke: Im Hamburger Stadtgebiet ist alle 80 - 120m ein Unterflurhydrant vorhanden.

Am Hydrantensitz befindet sich die Hydrantenklaue, in der sich der Spannring des Standrohres eindreht, und somit das Standrohr auf den Hydrantensitz zieht. Mittels des Unterflur-Hydrantenschlüssels kann der Hydrant geöffnet werden. Der Innenvierkant des Hydrantenschlüssels wird über die Hydrantenabsperrung geschoben. Durch linksdrehen am Hydrantenschlüssel kann der der Unterflurhydrant geöffnet, bzw. durch rechtsdrehung wieder geschlossen werden.

1.2.2 Überflurhydrant

Überflurhydranten sind im Hamburger Stadtgebiet ausschließlich auf Firmen, Gewerbe- und Industriegeländen und in Kasernen verbreitet. Im Bundesgebiet werden sie zudem in Gegenden mit großem Schneefall oder weiträumiger Bebauung eingesetzt. Die Überflurhydranten ragen mit der Hydrantensäule ca. 1m aus dem Boden hervor. Aus Überflurhydranten kann Wasser direkt entnommen werden (ohne vorher ein Standrohr setzen zu müssen). Im inneren ist ein Überflurhydrant rein technisch gesehen genau so aufgebaut wie ein Unterflurhydrant, jedoch fehlen Straßenkappe, Deckel, Hydrantenklaue und Standrohrsitz. 

Man unterscheidet den

Überflurhydranten ohne Fallmantel

und den

Überflurhydranten mit Fallmantel

1.2.2.1 Überflurhydrant ohne Fallmantel

Überflurhydrant

Abb.2: Aufbau eines Überflurhydrantes

Bei den Überflurhydranten ohne Fallmantel liegen die zwei oberen Abgänge frei und sind mit Deckkappen verschlossen. Mit Hilfe des Überflurhydrantenschlüssels können die Deckkappen geöffnet werden.  Anschließend wird der Hydrantenschlüssel an der Haubenspitze angesetzt. Durch linksdrehen der Haubenspitze kann der Hydrant geöffnet, und durch rechtsdrehen wieder geschlossen werden. Die Druckschläuche werden direkt an die Festkupplungen (im Normallfall Nenngröße B) an die oberen Abgänge angeschlossen. In der Mitte der Hydrantensäule befindet sich eine zusätzliche Festkupplung (üblicherweise Nenngröße A) zur Wasserentnahme, die einen größeren Durchmesser als jede der oberen zwei Festkupplungen hat.  Bei geöffnetem Hydrantenventil steht an allen Hydrantenabgängen Wasser an. Eine Absperrung einzelner Abgänge ist nur durch wieder auf schrauben der Deckkappen möglich.

1.2.2.2 Überflurhydrant mit Fallmantel

Der Überflurhydrant mit Fallmantel wird auch als Fallmantelhydrant bezeichnet. Die B-Abgänge, die jeweils ein eigenes Absperrorgan haben, werden mit einem Fallmantel verdeckt, der sie vor Verschmutzung und Beschädigung schützt. Der untere Abgang mit der Nenngröße A wird eigentlich nur bei besonders hohem Wasserbedarf eingesetzt.

Überflurhydrant mit Fallmantel (geschlossen)

Abb.4: Überflurhydrant mit (geschlossenem Fallmantel)

Überflurhydrant mit Fallmantel (offen)

Abb.5: Überflurhydrant mit (geöffneten) Fallmantel